BELLA ROMA – Pioggia di petali rossi & Ostia

15. Mai 2016

Nach meinem ersten Rombesuch im Januar hatte ich von diesem aussergewöhnlichen Event gelesen und mir fest vorgenommen an diesem Tag in Rom zu sein, im Pantheon.

Ein Rosenregen als Abschluss der Pfingstmesse.
Rosenblätter als Symbol der Feuerzungen, die auf die Jünger niederfielen.
(Ein Artikel aus dem Tagesspiegel)

Ich bin also Sonntag früh um 06:30 Uhr in den Flieger gestiegen und in meine Lieblingsstadt geflogen. Um 12 Uhr sollte der Rosenregen sein. Kurz nach 9 würde ich in Rom sein und so viertel vor 10 dann am Pantheon. Und dann mal sehen, was mich erwartete. Online hat ich nicht viel rausbekommen.

*Seuftz* und dann war ich da, in Bellissima Roma.
Mir fiel ein, dass ich gar keinen Stadtplan dabei hatte. Aber was solls, ich finde mich in Rom schon zurecht. Und zur Not frag ich.

Der Verkehr an der Piazza Venezia ist etwas besonderes. Hier stehen einige Verkehrspolizisten, die mit Trillerpfeife den Verkehr regeln. Das ist ein wahres Schauspiel.
(Wie in dem Woody Allen Film: „To Rome with Love“)

Als ich wie erwartet so viertel vor 10 über die Via del Seminario am Pantheon ankam sah ich schon die Menschenmassen. Die Schlange fing rechts vorm Pantheon an, ging einmal um die Piazza della Rotonda und irgendwo bis weit links hinter’s Pantheon sicher bis zum Obelisco della Minerva. Hab ich nicht nachgeschaut. Ok, das war mir dann doch zu viel. Das waren ausserdem WEIT mehr Menschen, als in Pantheon überhaupt reinpassen. Also kein Rosenregen. Ich wollte wenigsten einen kurzen Blick reinwerfen und ging auf den Platz direkt vor dem Pantheon, der recht frei war. Drei, vier Reihen mit Menschen standen da vielleicht, aber nicht mehr. Das komische war, die schienen auch alle zu warten und plötzlich stand ich ganz vorne, direkt vorm Eingang ins Pantheon. Ich beschloss zu warten, was passieren würde. Im Pantheon war die Messe schon im Gange.

Ich wartete geduldig. Gegen 11 war dann klar, dass niemand weiter rein kam. Nicht vor 12:30. Aber jetzt war ich schon mal hier (und der Platz war mittlerweile knalle voll), jetzt wollte ich auch bleiben. Ab und zu hörten wir den Chor singen. Ich schloss die Augen und meditierte ein wenig. Immerhin mussten wir noch einige Zeit stehen. Ein Caffè und ein Hörnchen wären jetzt toll.

Plötzlich um 12 Uhr kam Bewegung in die Leute. Der Rosenregen hatte begonnen. Leider sieht man es auf den Bildern und dem Video nicht so gut.

Angeblich sind es 7 Millionen Rosenblüten. Nächstes Jahr möchte ich es zur Messe schaffen und dann drinnen sein. Das muss wundervoll sein.
Die Menschen, die danach rauskamen hatten alle eine Rose in der Hand. Eine Frau kam plötzlich mit beiden Händen voller Rosenblätter aus dem Pantheon und warf sie in die wartende Menge.

Und dann ging plötzlich alles recht schnell. Von links sind einige Leute einfach los und ins Innere. Die Polizei wollte sie zurückhalten, aber da sind auch von rechts die Leute losgelaufen und plötzlich schoben sich alle zum Eingang. Ich bekam ein bisschen Panik und hielt mich eher rechts. Wenn die ganze Masse der Piazza della Rotonda in Innere drückt, dann konnte es eng werden. Auf jeden Fall war ich kurz darauf drinnen. Ich sammelte ein paar Rosenblätter ein. Kinder spielten in der Mitte unter der Öffnung und Menschen warfen immer wieder Rosenblüten, um den Regen nachzustellen.

Was mich wunderte war, warum es so entspannt und leer blieb. Ich packte noch mehr Blätter ein und setzte mich auf die Kirchenbank. Ein Pastor ermahnte die johlende und lachende Menge, dass wir uns immer noch in einem Gotteshaus befinden. „SILENCIO!“

Die Helfer fingen an, die Rosen zusammen zu kehren und der Pater zupfte die Rosen aus der Dekoration.
Dann sah ich, dass er damit zu den wartenden Menschen an der Seite ging und diese verteilte. Ich ging auch rüber. Und bekam eine ganz besondere. Eine mit 2 Blüten. Einer offenen und einer noch geschlossenen.

Was für ein Geschenk!!!
Beglückt ging ich zurück zum Ausgang und jetzt wusste ich auch, warum es so extrem entspannt und leer war. Kurz hinter mir, hatten sie die Absperrung wieder schließen können. Ich hatte das Privileg, als eine der wenigen zu den Besuchern der Messe gekommen zu sein und damit doch irgendwie Teil dieser Zeremonie geworden zu sein. Nachträglich.

ROM_iPhone_5618

Jetzt aber erstmal einen Caffè. Vorbei am Obelisco della Minerva und der Sant’Ignazio di Loyola in Campo Marzio zur Piazza di Pietra. Ins Gran Caffè La Caffettiera. Auf einen Cappuccino und ein Tramezzini mit Tomate und Mozzarella.

Ich wollte mir auf dem Campo di Fiori noch frisches Obst für meinen Strandtag kaufen. Am Pantheon ist es jetzt im Vergleich wieder sehr viel ruhiger. Über den Piazza Navona und den Piazza Farnese laufe ich also Richtung Tiber. Ich rufe meinen Papa noch an, denn der hat heute Geburtstag.

Ich kaufe mir saftige Äpfel und Nektarinen für Ostia und eine große Schale geschnittenes Obst zum gleich essen. Und dann hol ich mir noch 3 wunderschöne große rote Rosen bevor der Stand schließt. Ich werde ein eigenes kleines Rosenritual am Tiber machen.

Ich breche die Blätter ab und streue sie von der Ponte Sisto in den Tiber.

Genau in dem Moment fährt ein Touristenschiff unter der Brücke durch und erstaunt blicken die Passagiere nach oben, die gerade einen ganz eigenen Rosenregen zu Pfingsten empfangen haben. 🙂
Auf dem Tiber treiben die Blätter flussabwärts.

ROM_6871

Dazu spielten zwei Musiker, der Kontrabassist lässig mit Kippe im Mund 😉

Da meine Lieblings-Eisdiele direkt gegenüber der Ponte Sisto ist, bin ich rüber und hab mir bei Punto Gelato noch ein leckeres Eis geholt: Pinie, Schoko mit Rosmarin und Crema mit Schokoflocken und Beerensauce.

ROM_iPhone_5635
leeeecker!

Ich schlender der Tiber entlang, will mich noch ein bisschen auf die Isola Tiberina setzten und da mein Obst essen. Vorne auf den Stufen. Das Wetter hält erstaunlich gut, dafür, dass eigentlich ja mal wieder schlechtes Wetter angekündigt ist. Wie ein Freund mal sagte, in Rom gibt es kaum schlechtes Wetter und schon gar nicht mehrere Tage hintereinander.

Erst wollte ich im Ghetto noch was essen, aber dann entscheide ich mich für Fisch in Ostia. Also mache ich mich auf den Weg zurück zum Termini.

Ich kaufe noch  Wasser und ein paar Postkarten  und schreibe diese auf einer Steinbank an der Trajanssäule. Dann betrete ich zum ersten Mal den Bahnhof Termini.

Das mit dem Ticketkauf war gar nicht so einfach. 2 Gesellschaften auf der Etage, die aber beide keine Tickets nach Ostia verkaufen. An den endlos vielen Automaten bekomm ich auch keine. Der Herr, der die Nummern verteilt für die eine Gesellschaft schickt mich nach unten und da bekomm ich mein Ticket. € 1,50 and Meer. TOLL!!! Ich fahre mit der Metro B bis Pyramide und steige dann in den Zug nach Ostia. Ca. 40 Minuten später bin ich da.

Auch hier hatte ich vorher nur grob auf die Karte geschaut, bzw. einen Screenshot dabei. Erst dachte ich schon ich hätte mich verlaufen, aber dann stand ich am Meer, direkt an meinem Hotel. Dem mit der schönsten Lage 🙂

Der Herr an der Rezeption war super nett. Wir haben auch gleich wegen dem Transfer morgen zum Flughafen alles besprochen, damit konnte ich mich komplett entspannen. Ich hatte ein Zimmer mit Ausblick gebucht.

Now THAT’S a room with a view 😉

OSTIA_iPhone_5642

OSTIA_iPhone_5641
Das Meer vor der Haustür

Schnell Sachen auf’s Zimmer bringen, umziehen und dann ans Wasser.

OSTIA_6900

Mittlerweile ging die Sonne schon unter.

Vorsicht! Sonnenauf- und -untergang sind Lieblingsmotive von mir 😉

Dann bin ich nochmal runter ans Wasser. Ich wollte mit den Füßen noch ins Wasser

OSTIA_6957
Mein Hotel. Mein Zimmer ist das auf der großen Terrasse (von der Perspektive rechts, sonst frontal) und genau in der Mitte

Zurück im Hotel hab ich den netten Hotelier nach einem guten Fischrestaurant gefragt und mich für’s Sergio & Serra entschieden.
Eine gute Wahl!!!

Der Ober hat sehr mit mir geflirtet. Die Rose hat er mir geschenkt. Wär ich nicht so fürchterlich müde gewesen, dass ich schon beim Essen mit der Müdigkeit kämpfen musste, dann wär ich mit ihm auch noch n Wein trinken gegangen, aber er hatte erst um 12 Schluss und bis dahin war ich schon längst im Land der Träume.

Was für ein unglaublich schöner Tag.

16. Mai 2016

Wer mich mittlerweile ein bisschen kennt, der weiß, wie sehr ich Sonnenaufgänge liebe. Diese Tageszeit, in der alles noch unberührt vor einem liegt, in der die Welt noch schläft. Bis die Sonne alles wach küsst und das Leben beginnt sich zu regen. Mal abgesehen vom Farbspektakel.

Ich bin viertel nach 5 aufgestanden, um viertel vor 6 auf der Pontile Di Ostia zu sein. Niemand ausser mir war unterwegs.

Da auch halb sieben noch echt früh ist, hab ich mich bei offenen Balkontüren noch mal ins Bett gelegt und noch mal 1,5 Stunden geschlafen. Sollte ja ein relaxter Tag werden.

OSTIA_7017
Erstmal in der Sonne schön langsam wach werden

Ich hab meine Sachen schon mal gepackt und bin dann runter zum Frühstück. Ein Cappuccino, Obst und italienisches Brötchen mit Ricotta-Käse. Da der Check-Out um 11 Uhr ist, hab ich mein Gepäck schon mal ins Depot gelegt und hole das später wieder ab.

Jetzt aber erst mal mit Handtuch, Wasser und Äpfeln ans Meer.
Ich laufe erstmal barfuß den Strand entlang. Hier gibt es viele kostenpflichtige, aber schöne, gepflegte Badestrände. Dazwischen immer wieder auch kostenfrei und dementsprechend spartanische Strände.

Nach  so 15 Minuten, komme ich an einen alten Pier. Davon steht nur noch ein Teil nahe dem Ufer und dann weiter im Wasser das Kopfstück. Ein Schutzpatron scheint darauf zu stehen. Die Brandung kracht immer wieder daran, dass das Wasser teils hoch spritzt.

OSTIA_7039

Unterwegs entdecke ich plötzlich ein paar Rosen, die im Wasser treiben. Das scheinen ja wirklich meine Rosentage zu sein. Rosenregen im Pantheon, Rosen an der Ponte Sisto, Rosen zum Essen und jetzt die schwimmenden Rosen.

Noch mal 15 Minuten weiter breite ich dann erst mal mein Handtuch aus und setzt mich einen Moment ans Wasser. Ausserdem ist der Platz wunderbar für ein paar Sonnengrüße. Am Meer macht das gleich noch viel mehr Spaß. 😉 Und dreh ich die Welt noch für eine Weile auf den Kopf, mit Blick in die unendliche Weite des Wasser. Die drei Strandwärter hatten definitiv ihre Freude an meinen Yogaübungen. Ich forme noch ein großes Herz aus Sand.

Und dann wage ich mich ins Wasser. Allerdings sind die Wellen, die so 25m vom Ufer brechen recht hoch und das Wasser dadurch sehr bewegt. Und gleich am Ufer scheint es schnell tief zu werden. Unbekanntes und nicht klares Wasser sind für mich nicht so unbedingt vertrauenserweckend. Dazu kommt, dass die Strömung doch teilweise recht stark ist. Also setzt ich mich nur an den Strand, aber so, dass mich das Wasser immer bis zur Hüfte umspült, mich große Wellen schon mal umwerfen und mir ins Gesicht spritzen. Dafür ist danach mein Badeanzug voller Sand. …

Ich packe meine Sachen wieder zusammen und laufe einen Strand zurück. Zum Faber Beach.

Hier ist die Bucht geschützter, das Wasser ruhiger und klarer und der Boden flacher abfallend. Ich lege meine Sachen schnell am Ufer ab und schon bin ich drin und schwimme ein paar Runden.

Zwischendurch ein Beweisfoto 😉

OSTIA_iPhone_5743
Ich bin bekennende Wassernixe

Das Wasser ist einfach herrlich. Hab mal im Internet geschaut. 18°C 🙂

Was in Rom die Selfie-Stick-Verkäufer sind, sind hier die Strandtuch-Verkäufer. Alle 5-10 Minuten kommt einer vorbei.

Leider läuft hier aber auch so ein komischer Typ rum, der mich ganz dreist spannermäßig anglotzt. Ich lasse mich die meiste Zeit davon nicht beeindrucken. Aber irgendwann ist es mir doch zu viel. Ich ziehe weiter. Ist auch schon 12 Uhr. Wenn ich noch was essen will, mein Gepäck holen, mich umziehen (in Berlin ist es schließlich frostig kalt) und noch n Käffchen trinken will, dann muss ich eh bald los.

Es beginnt auch ein bisschen sich zuzuziehen.

Ein einem kleinen Selbstbedienungsladen, in dem viele Worte in italienischer Manier durch den Raum fliegen, hol ich mir noch einen Insalata di mare und eine Pizza pomodore e mozzarella und due carciofi.
Und danach noch einen Cappuccino eine Lokalität weiter.

Ostia hat einige sehr schöne und noble Häuser. Aber an den meisten hat der Zahn der Zeit doch schon sehr genagt. Ostia muss mal ein wunderschöner, reicher Ort gewesen sein, herrschaftlich.
Schön ist es hier immer noch, nur ein wenig herunter gekommen.

Ich laufe noch durch die Fußgängerzone

Und dann stehe ich vor der Chiesa Santa Maria Regina Pacis, die aber leider nicht offen ist.

Dann bin ich doch früher am Bahnhof als geplant. Was aber gut ist, denn es ist eine Herausforderung rauszubekommen, wo wann der richtige Bus fährt. Und die Dame am Ticketschalter schickt mich an den Automaten, um die Fahrkarte zu lösen. Als ich vor die Tür trete, fährt der Bus zum Flughafen gerade ab. So musste ich ne halbe Stunde warten.
Dafür werde ich mit einer schönen Überland-Busfahrt zum Flughafen belohnt.

Am Flughafen noch ein bisschen Süsskram geshoppt und dann geht’s zurück ins kalte Berlin.

OSTIA_iPhone_5744
Ein „Play Me“ Flügel 😀 Und der Typ hatte es drauf

Roma es war mir mal wieder ein unendliches Vergnügen. ❤ Bis ganz bald!!!

Und dann war ich wieder in Berlin

OSTIA_7130

OSTIA_iPhone_5750

Advertisements

Ein Gedanke zu “BELLA ROMA – Pioggia di petali rossi & Ostia

Schreib mir was :D

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s