MILANO ELEGANTE – Leonardo & Mode

08. April 2016

Auf dem Weg nach Milano einen kleinen Zwischenstop in der nördlichsten Stadt Italiens einlegen 😉
Gut, eigentlich war ja mein Freund Jenson Ausgangspunkt für die Planung.
Und dann hab ich mir den Tag noch mit allerlei Schönem zugepackt.
Erst frühstücken mit nem Freund und einen kleinen Dreh planen, dann Freunde in ihrem Studio um die Ecke besuchen, dann noch 4 Stunden arbeiten (Bollywood synchronisieren) und dann auf zur Fare-Well-Party. Auf dem Weg hab ich zufällig noch ne liebe Aufnahmeleiterin getroffen.

Ich bewundere Jenson für seinen Mut einfach seine Sachen zu packen und mit seiner Freundin nach Canada auszuwandern. Aber ich bin mir sicher, die beiden werden das großartig meistern. Schaut mal auf seiner Seit vorbei. Er ist ein toller Musiker, phantastischer Fotograf und liebenswerter Mensch.

Um 23:45 Uhr hab ich mich dann in den Bus nach MILANO gesetzt.
Wir wurden dann in Lindau kontrolliert und was ich mitbekommen habe, gab es 4 Anzeigen, aber weswegen weiß ich nicht.

09. April 2016

Durch dir Polizeikontrolle waren wir ne dreiviertel Stunde später in Milano als geplant, aber trotzdem noch früh. Der Busbahnhof liegt im Westen, aber mit der U-Bahn waren es ja nur 7 Stationen zu meinem Hotel und so hatte ich gegen halb 8 schon meinen Koffer deponiert und bin losgelaufen.

Ich wollte mir UNBEDINGt das letzte Abendmahl von da Vinci anschauen. Ein Freund hatte mir erzählt, dass man dafür online oder telefonisch vorreservieren muss. Leider waren die aber auf 2 Monate ausgebucht. 😦 In meinem Reiseführer stand, man könne versuchen früh hinzugehen. Manchmal kommen Leute nicht oder geben Reservierungen zurück. Ich hatte nicht wirklich Hoffnungen, dachte aber wenn nicht schaue ich mir die Kirche an. Mit einem kleinen Schlenker über die Börse und die Villa Imperiale hab ich mich auf den Weg gemacht. Auf dem Corso Magenta zur Chiesa Santa Maria delle Grazie

Als ich an der Kirche ankam, entdeckte ich erstmal den kleinen Innenhof des Klosters, so schön. Dann ging ich zum Eingang für „Das letzte Abendmahl“. Waren gar nicht viele Menschen da. Es war kurz nach 8. Ich stellt mich in der einen Reihe an. Doch die Dame am Tresen meinte, wenn ich nicht reserviert hätte, solle ich mich in die andere Schlange stellen. Da standen nur 3 Leute vor mir. Und ohne irgendwas bekam ich ein Ticket für den ersten Einlass um 8:15. Wow! Hatte noch nicht mal Zeit mir die Infotafeln durchzulesen, da wurden wir auch schon durch 2 Schleusen geführt und da stand ich, vor da Vinci’s Meisterwerk und war ein bisschen sprachlos.

Das ist schon sehr beeindruckend und ich würde jedem, der nach Mailand kommt, raten es zu versuchen, hierher zu kommen 🙂 15 Minuten hat jede kleine Gruppe, dann muss man durch 2 weitere Schleusen wieder raus.

In die Kirche bin ich auch noch rein:

Ich laufe weiter Richtung Wissenschaftsmuseum. Bin nicht rein, aber in die San Vittore al Corpo

Mein nächstes Ziel ist die Basilica di Sant’Ambrogio, die bei den Einwohnern Mailand angeblich einen fast höheren Stellenwert als der Dom hat. Sie ist dem Schutzpatron der Stadt gewidmet, dem heiligen Ambrosius.

Ich laufe noch einmal um die Università Cattolica del Sacro Cuore und mache mich dann auf den Weg zur Porta Ticinese.

Dann komm ich zum Piazza di Colonne di San Lorenzo und der Basilica di San Lorenzo di Milano

Vorbei am Diocesan Museum zur nächsten Kirche 😉

Mittlerweile ist es kurz vor 10 und so langsam bekomme ich Hunger. Bin ja auch schon lange auf den Beinen. Direkt gegenüber der Kirche gibt es einen sehr einladenden Laden.

Und für den Weg nehm ich mir noch ein Schokocroissant mit.
Ich laufe durch die Porta Genova, an den Wasserwegen entlang in den Stadtteil Naviglio. Es gilt als das Künstlerviertel. Hier gibt es viele Ateliers und Werkstätten und einen bekannten Antikmarkt. Über das Kanalsystem, an deren Entstehung auch da Vinci beteiligt war, wurde der Marmor für den Dom transportiert.

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Und dann gibt’s da noch die schöne Kirche Santa Maria delle Grazie al Naviglio. Als ich reinkomme beginnt Musik zu spielen.

Ich laufe wieder zurück, denn ich will noch am Anfiteatro Romano vorbei.

Auf der anderen Seite befindet sich eine Installation gegen die Gewalt an Frauen. Die Wall of Dolls. Ein deutliches Statement!

Ein echter Frühlingsbote ❤ Voll bepackt mit Grün. 🙂

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In der ehemaligen Kirche San Sisto hatte der Künstler Francesco Messina seine Werkstatt. Heute ist es ein Museum.

Hier beginnt dann jetzt langsam das typische Mailänder Stadtbild mit Boutiquen und Geschäften und Touristen. Vorbei an der Chiesa San Giorgio stehe ich kurze Zeit später vor der Chiesa di Sant’Alessandro in Zebedia.

Jetzt bin ich bald da: Am Duomo 😀

UND DA IST ER 😀

Die Schlange für die Tickets ist lang und online kosten Tickets 50-80 Euro. Hatte einen Besuch schon abgehakt, doch dann sehe ich hinterm dem Dom einen kleinen Ticketverkauf, an dem niemand steht. hier kostet das Ticket mit Domterrassen (und Lift) nur 15 Euro. Ich kauf mir das Ticket. Aber ich will erst heute abend hin, da ich zum Sonnenuntergang auf dem Dom sein möchte, auch wenn um 19 Uhr geschlossen wird.

Also laufe ich zum Palazzo Reale

Die Galleria Vittorio Emanuele II ist schon sehr beeindruckend, imposant und prunkvoll.

Dahinter befindet sich der Piazza della Scala – mit der berühmten Mailänder Scala, dem Opernhaus. Leonardo, der darauf schaut und der Palazzo Marino.

Ich laufe zurück zu meinem Hotel, denn ich kann erst ab 14 Uhr einchecken und es ist kurz vor 2.

Und dann muss erst mal ein EIS her 😀 Immerhin ist das Wetter ganz ok und ich bin schließlich in Italien.

Die empfohlene Eisdiele Grom finde ich nicht, dafür aber das Caffė dell’Opera. Und die haben tolles Eis 🙂

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Pistazie und Zitrone

Über den Piazza San Babila wollte ich einen kleinen Schlenker über den Stadtpark machen. Und dann kam ein Outlet Store dazwischen …

Weiter durch prächtige Straßen Milanos, bis fast zum Indro Montanelli.

Ich machte mich gemütlich wieder auf den Weg Richtung Dom, denn den wollte ich ja noch besichtigen, bevor ich auf die Domterrassen hoch zum Sonnenuntergang wollte. Auf dem Weg bin ich noch in die San Francesco di Paola. Eine schöne Kirche mitten auf der Via Alessandro Manzoni.

Und dann bin ich in den Dom. Hier gibt es Taschenkontrollen und Bodyscan.

Der Duome di Milano ist die drittgrößte Kirche der Welt. Größer sind nur der Petersdom in Rom und die Kathedrale von Sevilla. Ein äußerst beeindruckendes Gotteshaus. Der gotische Bau wirft einen sofort in eine andere Zeit. Die Kirche ist nicht prunkvoll, aber durch ihre Bauweise mächtig. Ich konnte nur an den Seiten entlang gehen, da jeden Moment eine Messe für die Mitarbeiter des Croce Bianca stattfinden sollten. Ich ließ alles ein bisschen auf mich wirken und machte mich dann auf den Weg auf’s Dach des Doms.

Der Securitymann am Ausgang machte mich darauf aufmerksam, dass ich auch noch in die Katakomben gedurft hätte mit meinem Ticket und wollte mir erlauben zurück zu gehen, aber da das Dach des Doms nicht mehr lange offen war, wollte ich lieber dort hin.

Ich hab mir den Aufzug gegönnt. Der Dom ist ja dann doch nicht niedrig und meine Erfahrungen zeigen, dass ich ja eh viel laufe an so nem Wochenende. Da ist dann auch das Aufzugticket drin.

OH MEIN GOTT ist das wunderschön da oben!!! Ein absolutes MUST-SEE!!!

Als ich oben auf dem Dach lag, spielte unten gerade ein Straßenmusiker „Halleluja“

Ein Zitat von Mark Twain (im Sommer 1867):

„Welches Wunder er ist! So großartig, so ernst, so riesengroß! Und noch so fein, so luftig, so anmutig! Eine Welt des festen Gewichts, und doch scheint das … eine Wahnvorstellung einer Eisskulptur, die mit einem Atemzug verschwinden könnte! … Die zentrale seiner fünf großen Türen wird von einem Basrelief von Vögeln und Früchten und Biestern und Kerbtieren begrenzt, die aus dem Marmor so genial geschnitzt worden sind, dass sie lebenden Wesen ähnlich sind – und die Figuren so zahlreich sind und das Design so kompliziert, dass man es eine Woche studieren könnte, ohne sein Interesse zu erschöpfen … überall, wo eine Nische oder eine Stütze an dem enormen Gebäude vom Gipfel bis zum Boden gefunden werden kann, gibt es eine Marmorstatue, und jede Statue ist eine Studie für sich … Weit oben, auf dem hohen Dach, springt Reihe auf Reihe der geschnitzten und ausgesägten Türmchen hoch in der Luft, und durch ihr reiches Flechtwerk sieht man den Himmel darüber … Oben auf dem Dach, das sich … von seinen breiten Marmorfliesen erhebt, waren lange Reihen von Türmchen, die aus der Nähe sehr hoch aussahen, sich aber in der Ferne verkleinerten … Wir konnten jetzt sehen, dass die Statuen auf der Spitze von jedem die Größe eines großen Mannes hatte, obwohl sie von der Straße alle aussahen wie Puppen … Sie sagen, dass die Kathedrale Mailands nur an zweiter Stelle nach dem Petersdom in Rom steht. Ich kann nicht verstehen, wie die Kathedrale zu irgendetwas vom Menschen Gemachtem an zweiter Stelle stehen kann.“

Wie recht er doch hat!!!

Beseelt und glücklich mache ich mich auf den Weg nach unten. Ich bin die letzte, die heute das Dach des Doms verlässt. Wollte jede Sekunde auskosten.

Auf dem Weg zum Fahrstuhl steigt uns der Duft des Weihrauchs in die Nase und wir können die Gesänge aus dem Dom hören.

Jetzt bin ich hungrig! Ich habe mir ein Plätzchen in der Nähe des Piazza Mercanti ausgesucht. Mit Blick auf den Dom, so dass ich zusehen konnte, wie er immer mehr in die Nacht getaucht wurde.

Ein paar Straßen weiter befindet sich eine weitere Kirche und der Platz, an dem die Wahrsager sein sollen. Leider finde ich aber keine. Naja, vielleicht dürfen die sonntags nicht. Touristen sind ja auch kaum unterwegs.

Ich entdecke einen Laden mit knallbunten 3D Gemälden. Das ist so mein Geschmack 😉

Das Wetter ist der absolute Traum!!! Ich beschließe in den Giardini Publici zu gehen.

Der Park ist absolut idyllisch und schön!!!

In meinem neuen Shirt gönn ich mir eine Stunde in der Sonne. Die Hose muss ich hochkrempeln. Ist einfach schon zu warm hier. So lässt es sich leben!

Ich sauge meinen Körper voll mit dem Sonnenlicht.

Gestern hatte ich gelesen, dass es in der Galleria Vittorio Emanuele II eine Leonardo Ausstellung gibt. Leonardo 3, hängen auch überall Plakate. Die will ich mir dann doch noch anschauen.

Leider darf man nicht fotografieren. Aber die Ausstellung ist toll!!! Was dieser Mensch, Leonardo da Vinci, alles erfunden hat, auf wie vielen Gebieten des Lebens. Viele seiner Skizzen wurden nachgebaut, besonders die Fluggeräte, dann hat er ja aber auch noch Musikinstrumente entwickelt, Maler, war er ja sowieso, aber auch auf dem Gebiet der Biologie, Physik und Mathematik hatte er ein immenses Wissen.
Die Mona Lisa und das letzte Abendmahl wurden digital restauriert und man kann mit einer Brille quasi in den Raum eintauchen, als Leonardo das letzte Abendmahl malte.

Das einzige Foto, das man machen durfte, war, wo man eine selbsttragende Brücke bauen sollte:

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Mein Werk 😛

So langsam meldet sich mein Hunger wieder. Ich hab in der Galleria einen Obicà entdeckt. Das Resto, in dem ich in Rom so geschlemmt hatte. Leider war auf der Aussenterrasse nichts frei. Der Blick von da oben ist toll!!!

Und es war wie erwartet wieder sehr lecker!

Viel Zeit war nicht mehr, aber noch genügend, um 2 weitere Kirchen zu besichtigen. Die Sant’Antonio Abate und die San Bernadino alle Ossa. Aber dann kam’s ganz anders.

Gerade, als ich die Sant’Antonio Abate betreten wollte, wies man mich daraufhin, dass hier gleich ein Orgelkonzert stattfinden würde. Dies sei die Kirche, in der auch Mozart zu seiner Mailand-Zeit spielte. Die netten Herren an der Kasse überredeten mich, zum Konzert zu bleiben. (Sie hatten es aber auch nicht schwer) Damit würde die Zeit zum Flughafen zwar knapp werden, aber was solls. Und es hat sich gelohnt.

Der Organist Davide Pozzi spielte G. Frescbaldi, B. Pasquini, J.G. Walther, D. Buxtehude, G. Morandi und Padre D. de Bergamo.

Ich bin dann doch noch zu der anderen Kirche, aber die Knochen und Schädel konnte ich nicht anschauen, weil die Kirche schon zu hatte. Dafür war die Nachbarkirche auf. Parrocchia Di S. Stefano Maggiore

Auf dem Rückweg gab’s noch ein leckeres Eis und dann bin ich mit U-Bahn und Bus wieder zum Flughafen gefahren. Der halbvolle Koffer jetzt ganz voll. 😀

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Kunst selbst am Flughafen:

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Doch nichts geht über die Ästhetik der Natur:

Es war ein tolles Wochenende.

DANKE

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