BELLA ROMA – Die ewige Stadt

Ich bin überwältigt, geplättet, begeistert, verliebt.
Am besten ich fange von vorne an.
(Kleine Warnung vorweg: es gibt viiiiiele Bilder)

16. Januar 2016

Abflug Berlin Schönefeld 06:30 Uhr. Heißt kurz vor 4 aufstehen und 04:30 Uhr das Haus verlassen. Aber dafür mache ich das doch gerne. Da ich ewig nicht in Schönefeld war, wollte ich auch rechtzeitig genug da sein. Zum Glück fuhr alles regulär und ohne Verspätung. Bei gerade mal 2 Stunden Flugzeit, kann man auch mal mit RyanAir fliegen.

Ein bisschen konnte ich im Flieger noch dösen. Aber als dann die Sonne aufging und wir über Italien flogen, da hat mich dann das Reisefieber doch so gepackt, dass ich raus schauen musste, auch von meinem Gangsitz aus.
Bustickets konnte man schon im Flieger kaufen, so musste ich dann nur noch den Bus finden. So häufig fahren sie nun nicht, aber ich stand am Flughafen, atmete die italienische Luft und war einfach nur glücklich.
45 Minuten später waren wir dann am Termini. Schon die Fahrt war spannend. Palmen, südländische Vegetation, die typischen flachen Häuschen, dieses LICHT!!! Dann in der Stadt die ersten imposanten Monumente und dann war ich da. ❤ In der ewigen Stadt, mit 2 vollgepackten Tagen vor mir. ❤

Ein Freund von mir hat mir empfohlen unbedingt in die Chiesa S. Maria della Vittoria zu gehen. Da sich diese Kirche ganz in der Nähe meines Hotels befindet, wird sie mein erster Anlaufpunkt in Rom. Dort findet sich ein Marmorstatue von Gian Lorenzo Bernini „Die Verzückung der heiligen Teresa von Avila“. Es ist wirklich eine ausserordentlich schöne Skulptur. Der Mamor scheint zu fließen, so wie Teresa zu zerfließen scheint unter einer fast orgastischen Verzückung.
Selbst diese kleine Kirche ist so orpulent, bombastisch, groß und reich verziert, dass man hier sicher Stunden verbringen könnte.

Direkt vor der Kirche ist ein schöner ins Gebäude eingelassener Brunnen, die Fontana dell’Aqua Felice. Ich laufe die Via Vittorio Emanuele Orlando zum Piazza della Republica. Rom bereitet sich gerade noch auf seine Gäste vor. Die Fontana delle Naiadi ist noch eingezäunt, aber es sprudelt Wasser. 😀

Ich laufe ein paar Meter auf der Via Nazionale mit Blick auf das Monumento Vittorio Emanuele II. und biege dann aber ab in die Via Torino. Und plötzlich taucht neben mir das Teatro dell’Opera auf. Natürlich steht auch Tosca auf dem Spielplan. 😉 In einer kleinen Seitenstraße ist gerade ein Marktplatz aufgebaut.

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Ich laufe direkt auf eine sehr pompöse Basilica di Santa Maria Maggiore.

Mein erstes Ziel ist aber das Colloseum und auch wenn es äußerst verlockend ist in jede Kirche zu gehen, dann käme ich in Rom aber keine 500 Meter weit an einem Tag.
Also laufe ich die Via Cavour runter. Allerdings fällt mir da eine schöne große Treppe ins Auge und aus dem Durchgang klingt ein Akkordeon zu O sole mio. Also laufe ich die Treppen hoch zu einem kleinen Platz und einer eher unscheinbaren Kirche, der Basilica di S. Pietro in Vincoli. Direkt daneben die Università degli Studi di Roma „La Sapienza – Facoltà di Ingegneria“. Ein herrlicher Ort zum Studieren.

Ich laufe durch zwei kleine Gässchen, biege nach rechts und da sehe ich es: Das Colloseo. Versteckt hinter Bäumen und den Häusern. Ich gestehe irgendwie hatte ich das größer erwartet. Es wirkt so klein. Aber nur bis zu dem Moment, wo ich näher komme. Auf der Piazza del Colosseo sieht es dann doch bombastischer aus.
Da ich aber natürlich Samstag morgen um 11 nicht die einzige bin, die hierher kommt, auch nicht Mitte Januar, ist die Schlage der Wartenden dementsprechend lang. Ich habe überhaupt keine Lust mich anzustellen und für die Priority Line müsst ich nen QR Code abscannen und auch das lasse ich sein. Ich laufe lieber halb rum und schau mir alles von aussen an.

Für das Foro Romano & Palatino braucht man ein Ticket. Aber da mir Freunde gesagt haben, ich solle das bei meinem ersten Trip ruhig auslassen, werfe ich auch hier nur einen Blick rein und gehe zurück zum Arco di Constantino. Von einem Weg lasse ich mich fehl leiten, er führt durch’s Foro Romano, immer den Hügel hoch, bis in eine Sackgasse. Aber so konnte ich wenigsten ein paar Blicke auf’s Foro werfen. Die Via dei Fori Imperali wandele ich also weiter, flankiert von jahrtausende-alter Geschichte, zur Piazza Venezzia.

An der Ecke vor der Chiesa Santa Maria di Loreto, am Kopf der Trajanamärkte steht die Colonna Traiano. Und dann natürlich, nicht zu übersehen: das Monumento a Vittorio Emanuele II. Dieses riesige, imposante, weiße Monument wurde dem ersten König Italiens gebaut. Allerdings wird es auch „Schreibmaschine“ oder „Hochzeitstorte“ geschimpft.

Ich laufe die Via del Teatro di Marcello runter, denn das ist mein Ziel und dann an den Tiber.

Ein bisschen hatte ich mich verlaufen, bzw. war zu weit gelaufen. Ich kam an den kleinen Tempio di Portuno. Ein Teil des Forum Boarium. Da ich aber auf der Karte entdeckte, dass ich schon zu weit im Süden gelandet war, bin ich leider direkt zum Tiber gelaufen. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass der Bocca della Verità nur ein paar Schritte weiter war. So ein Mist!
Dafür begrüßte mich der Tiber freundlich. Irgendwann plan ich mal eine Bootstour mit ein.
Nach ein paar Schritten sehe ich auch schon die Isola Tiberina.

Direkt gegenüber liegt das jüdische Viertel. Irgenwas muss hier später noch los sein. Erhöhtes Polizei Aufkommen und Absperrungen, Fernsehen, auch der Vatikanische Sender.

Ich biege von der Lungotevere de Cenci in die Via del Tempio. Mein Ziel: Antico Forno del Ghetto. Für eine leckere Blechpizza. Hab immerhin noch nichts gegessen heute und es ist schon 12:30 Uhr. Ich bin ja kein so großer Pizza-Fan, aber die ist leeeeecker. Ne simple Pizza Margherita, schön heiß, zusammengeklappt. Yummie!

Ich laufe durch die Gässchen zurück zum Tiber und komme an der Ponte Garibaldi wieder raus. Ich folge der Lungotevere dei Villati bis zur Ponte Sisto. Die soll laut einem Freund die schönste Tiberbrücke sein. Keine Frage, schön ist sie!!! Sehr sogar 😀 Und von hier aus geht es in die Via dei Pettinari.

Auf einem kleinen Platz entdecke ich wieder eine Kirche, die Santissima Trinità dei Pellegrini. Hoch und sehr schön ist sie. Filigran. Und die Krippe ist noch aufgebaut. Ich zünde eine Kerze hier an und verweile einen Moment.

Ich schlendere weiter.

Über die Vicolo dei Venti gelange ich vorbei an der Galleria Spada zum Palazzo Farnese und dem Piazza Farnese. Puccini verlegte den zweiten Akt seiner Oper Tosca in den Palazzo. Die Oper beginnt in der Kirche Sant‘ Andrea della Valle und endet auf der Engelsburg.

Auf der Via dell Baulari hole ich mir einen Caffè und komme direkt auf den Campo de‘ Fiori. Ich lande fast direkt in einem Blumenmeer. Der ganze Platz ist ein einziger Markt. Ich schlendere etwas durch die Stände und kaufe mir schließlich frisches römisches Obst. Äpfel und Mandarinen. Über dem Platz und dem Geschehen thront Giordano Bruno, ein Philosoph, der als Ketzer hingerichtet wurde.

Über den Corso Vittorio Emanuele II. laufe ich zum ersten Schauplatz von Puccini’s Tosca. Der Basilica di S. Andrea della Valle

Ich lasse die inposante Kirche im Rücken und laufe über den Corso del Rinascimento und die Via di Pasquino zum Piazza Navona. Ein herrlicher Platz. Der gefällt mir gleich. Drei Brunnen und die Kirche S. Agnese in Agone

Über die Via del Salvatore und die Via Giustiniani komme ich dann zu dem Platz, auf den ich mich im Vorfeld mit am meisten gefreut habe. Zum Piazza delle Rotonda und dem Pantheon! Ein unglaublich faszinierendes Gebäude mit einer besonderen Atmosphäre. Der Innenraum ist mehr als bombastisch. Der Abstand vom Boden zur Decke entspricht dem Durchmesser, das bedeutet, man könnte eine riesige Kugel hier reinlegen. Hier werde ich auch mal mit mehr Zeit herkommen. Das muss man einfach wirken lassen.

Gleich hinter dem Pantheon kommt man zur Basilica di Santa Maria sopra Minerva. Mit dem Elefanten, der einen Obelisken trägt. entworfen von Bernini 😉 Bernini verwendete ein echtes Tier als Vorlage. Vielleicht wirkt sie deshalb so lebendig.

Ich laufe rechts an der Kirche vorbei und biege die erste links von der Via di Piè die Marmo in die Via di Sant Ignazio ein. Das hat hier alles was von Filmkulisse. 🙂 Über den zauberhaften kleinen Piazza di Sant‘ Ignazio kommt man in die Chiesa S. Ignazio di Loyola. Eine Kirche mit beeindruckenden Deckenmalereien

Erst dachte ich der Chor singt, bis ich gemerkt habe, dass es ein Band ist:

Der nächste Punkt, den ich als Tipp von nem Freund bekommen hatte, war auf der Piazza di Pietra das Gran Caffè La Caffetteria. War auch höchste Zeit für den nächsten Caffè. Sehr schöne Caffetteria mit leckerem Espresso.

Und dann stand ein weiteres Must-See auf meinem Plan. 😀 Die Fontana di Trevi. Die Via di Pietra entlang, über die Via del Corso und die Via delle Muratte.
Ich war die ganze Zeit überrascht gewesen (oder auch nicht so wirklich), dass ich nur sehr wenig Touristen begegnet bin. Ist halt absolut Off-Season. Viele Kirchen und Brunnen sind noch eingepackt. Aber irgendwie haben sich dann doch alle Samstag nachmittag an der Fontana di Trevi verabredet. Aber was muss, das muss. Hab extra einen Glückscent vorbereitet. Nein, sogar zwei 😉 Also habe ich mich durchgewurschtelt nach unten. Und dann hab ich mich direkt an’s Wasser gestellt und schön mit links über die rechte Schulter die Münze ins Wasser geworfen. Will ja unbedingt wiederkommen. Und dann hab ich die zweite auch geworfen. Mal sehen 😉 😀

Vom Trevibrunnen bin ich in die Chiesa Santi Vincenzo e Anastasio. Und von dort aus bin ich an der Accademia di San Luca entlang gelaufen und hab einen schönen Innenhof entdeckt, da alles offen war, bin ich rein.

Ich hab die Via del Tritone überquert und stand über eine kleine Gasse plötzlich vor der Basilica di Sant‘ Andrea della Fratte. Die Kirchen in Rom sind einfach alle überwältigend und wunderschön. In dieser hab ich an der rechten Seite noch einen kleinen Innenhof entdeckt. So friedlich. Das Marienbild ist unglaublich schön, warm, berührend, herzwärmend.

Wow, als ich den Plan gemacht habe, dachte ich, dass es bereits dunkel sein wird, bis ich hier bin. Aber es ist erst 16:30 Uhr und die Sonne wird erst in etwas mehr als ner halben Stunde untergehen.
Die Piazza di Spagna mit der Fontana della Barcoccia und der berühmten spanischen Treppe. Aber die ist leider abgesperrt. 😦 Allerdings kann man an der Seite hochlaufen. Hier muss ich hinkommen zum Festa della Primavera.

Über der spanischen Treppe thront die Trinita dei Monti. Von hier oben hat man einen herrlichen Blick über die Stadt. So langsam neigt der Tag sich zur Nacht und das Abendlicht legt sich über die Stadt. Ich laufe weiter, vorbei an der Villa Medici. Wo Katharina di Medici her kam, jene starke Frauenfigur der Geschichte, die auch in „Reign“ eine große Rolle spielt.
Ich will zum Pincio, der Plattform mit dem besten Blick über die Stadt zum Sonnenuntergang.

Der Pincio bietet wirklich eine herrliche Aussicht. Mit ein bisschen mehr Zeit und Muse lohnt es sich auch sehr Villa Borghese zu erkunden. Es ist 16:50. Perfektes Timing. Hach, das hat sich schon alles ganz wunderbar gefügt heute. Ich stehe hier, schaue der Sonne beim Untergehen zu und bin einfach glücklich und dankbar. La vita è bella!!!

Erfüllt laufe ich runter zum Piazza del Popolo. Der Eingang nach Rom, wo damals auch Goethe ankam. Durch die Porta del Popolo, bevor man sich entscheiden musste, welchen Weg des Dreizack in die Stadt man nahm. Dazwischen die beiden Kirchen S. Maria di Miracula & S. Maria in Montesanto. Die linke, die S. Maria in Montesanto ist geschlossen. Ich gehe kurz in die S. Maria di Miracula, aber dann treibt mich der Hunger doch in die Via Margutta.

Das Il Margutta wurde mir sowohl in den Reiseführern als auch von meinen Freunden empfohlen. Das Restaurant verbindet vegetarische/vegane Küche mit Kunst. Wohlfühl-Atmosphäre und sehr leckeres Essen.

Il Margutta

Mein Ober war sehr nett mit italienischem Charme und hat mir noch empfohlen am Piazza Barberini vorbei zu gehen.
Da musste ich ja eh fast lang und ausserdem konnte ich so noch an den Quattro Fontani vorbei laufen. Die Piazza de Spagna war schön beleuchtet und die Fontana del Tritone ist wirklich sehenswert.

Damit war ich auch wieder auf der Via Venti Settembre und nicht weit von meinem Hotel entfernt. Kurz vor 21 Uhr war ich zurück im Hotel.

Nach über 10 Stunden durch Bella Roma laufen bin ich fix und foxi, müde aber sehr glücklich.

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*** Buonanotte ***

17. Januar 2016

Zum Sonnenaufgang wollte ich auf dem Gianicolo sein, also hab ich meinen Wecker auf kurz vor 6:00 Uhr gestellt. Ich hab dann alles gepackt, ausgecheckt, meine Tasche im Hotel gelagert bis nachmittags und um 6:30 Uhr bin ich dann aus dem Hotel. Bis zum Gianicolo würde ich ca ne Stunde laufen und um 7:30 geht hier die Sonne auf.

Blaue Stunde in ROM ❤

Leider war der Obelisk an der Piazza del Quirinale eingepackt. Das hier ist angeblich der höchste der 7 Hügel von Rom. Ich laufe weiter runter zur Ponte Sisto. Auf der Brücke sind die fleißigen Arbeiter der Stadt schon dabei aufzuräumen. Sie hatten das Laub zusammen geblasen, aber es war recht windig und so erfasste der Wind das halbe Laub, als der Laubbläser reinpustete und all die Blätter tanzten federleicht durch die Luft, drehten Pirouetten überm Tiber, stiegen höher und schwebten dann langsam in alle Richtungen davon. So poetisch und schön. Der Mann entschuldigte sich, aber ich fand’s einfach nur wunderbar und lächelte ihn an. Damit war ich in Trastevere, auf der anderen Tiberseite, im alten Rom. Süß hier. Nächstes Mal mehr.

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Also jetzt hoch, die Via Garibaldi, dann steil hoch die Via di Porta S. Pancrazio, bis zur Fontana dell’Acqua Paola, einem wunderschönen Brunnen mit Blick über die Stadt. Es ist kurz vor halb acht.

Aber das ist es noch nicht, was ich suche. Die Passeggiata weiter bis zum Piazza Garibaldi und der Terrazza del Gianicolo. Mit einem traumhaften Ausblick beginnt das Naturschauspiel:

An einem kleinen Kiosk hole ich mir einen Caffè und ein Schoko Cornetto und genieße die warmen Strahlen der Morgensonne.
Gestärkt mache ich mich auf den Weg zum Papst 😉

Und dann betrete ich die Via della Concilazione, die Straße, die den Vatikan mit der Engelsburg verbindet. Na dann los! Es ist gerade mal erst 8:30.

Um auf die Piazza di San Pietro zu gelangen, wird man wie am Flughafen gescannt. Ist ja auch ein eigener Staat. Und dann bin ich im Zentrum des christlichen Glaubens.

Schon die Vorhalle ist imposant und prächtig. Am Infostand erfahre ich, dass die Sixtinische Kappelle leider geschlossen ist, aber ich kann auf die Kuppel und in die Kirche. Na dann mach ich das doch. Ich bekomme noch einen Audioguide mit und folge dann dem Herren. Erst geht es auf die Kuppel. Ich bin froh, dass ich den Aufzug nehme, denn selbst danach lieben noch knapp 400 Stufen vor mir.
Im Nachhinein wundert es mich, dass man nicht vorgewarnt wird, was einen danach erwartet.
Erst mal ne ewig lange Wendeltreppe, auf der mir irgendwann schwindelig wird und ich stehen bleiben muss. Als nächstes geht man enge Gänge und Treppen entlang bevor man dann innen in der Kuppel ankommt.
Beim Blick von innen in den Petersdom wird mir dan doch so mulmig, dass ich mich an der Wand halte. Gott ist das groß und wir sind ganz schön weit oben. Nach oben schauen ist einfacher.
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Waren die Gänge vorher noch gerade, so krümmen sie sich immer mehr, so dass man nicht mehr gerade gehen kann.

Aber das schrecklichste ist die letzte kleine Wendeltreppe. Zwei oder drei Umdrehungen, aber es gibt kein Geländer und keine Sicherheit und die Stufen sind schmal und kurz und in der Mitte gibt es nur ein Tau an dem man sich fest halten kann, dass aber frei schwingt. Ich über lege mir ernsthaft umzudrehen. Wenn man da das Gleichgewicht verliert und ausrutscht, dann fällt man diese steile Wendeltreppe in der Mitte runter und bricht sich sicher das Genick. Irgendwie schaffe ich es aber hoch und werde mit einem atemberaubenden Blick bei Traumwetter belohnt. (Hab die Touren genau richtig gelegt!!!)

Der Wind pfeift ordentlich, aber es ist herrlich. Dann steige ich wieder runter. Nächste Station: das Dach der Petersdoms. Traumaussicht, ebenfalls. Als ich vor zu Jesus und seinen Jüngern laufe fangen gerade die Glocken zu läuten an. Es ist halb 10.

Was für ein perfekter Morgen!!! Und es ist so schön ruhig und friedlich hier! Einen Moment genieße ich diesen Augenblick, dann mache ich mich wieder auf den Weg nach unten (per Aufzug 😀 ) in den Petersdom.

Wow, über den Petersdom zu schreiben fällt mir ehrlich gesagt ein bisschen schwer. Alles ist so überdimensional groß, so bombastisch, überwältigend, der Atem der Geschichte ist so deutlich spürbar in diesen Mauern. Auch hier sind noch nicht viele Menschen (oder zumindest fällt es nicht auf), es fühlt sich alles ein bisschen unwirklich an.
Ich lass mich treiben in dieser Energie. Natürlich laufe ich zuerst mal zu Michelangelo’s Pietà. Der Audiokommentar lenkt meine Aufmerksamkeit auf den friedlichen Gesichtsausdruck von Maria und Jesus, der trotz dieser grauenvollen Situation, Trost und Hoffnung schenkt. Die Absperrung ist zu weit weg, um sich alles genauer anzusehen, aber wirken tut diese Statue in ihrer Herrlichkeit trotzdem.

Den Petersdom muss man gesehen haben. Allerdings empfehle ich, nicht sonntags morgens zu kommen. In beiden Kappellen rechts und links findet ein Gottesdienst statt und so kann man weitläufig auch nicht lang laufen, nur im Mittelgang. Hinten rechts könnte man zur Beichte, auch die gesamte Vierung ist abgesperrt für die Messe. Ich überlege kurz, ob ich zur Messe gehen soll, entscheide mich dan aber doch dagegen und laufe noch ein wenig weiter, lass mich treiben.

Dann kommt eine Gruppe den Mittelgang entlang. Die Dame ganz vorne trägt ein großes Kreuz. Die wollen wahrscheinlich auch zur Messe.

Mit all diesen Eindrücken angefüllt verlasse ich den Petersdom und trete raus in strahlende Sonnenlicht. Mein Knie nimmt mir zwar den Anstieg auf den Gianicolo und die vielen Treppen zur Kuppel hoch übel, aber was soll’s. Ein weiterer Tag Rom wartet.
Und ich bin sehr froh so früh hier gewesen zu sein, denn der Petersplatz hat sich merklich gefüllt. Ich muss nochmal nachschauen, ob an dem Tag was besonderes war, denn vor der Krippe waren zwei Kamerateams.

Auch auf der Via della Conciliazione strömen mir immer mehr Menschen entgegen. Es gibt jetzt sogar Absperrungen. Ich laufe rüber zum Castel Sant Angelo. Allerdings bleibe ich unten. Muss meine Knie ja nicht übermäßig ärgern, brauch sie ja noch. 🙂

Über die Ponte Sant Angelo gehe ich zurück auf die andere Tiberseite. Auf der Lungotevere Tor die Nona laufe ich etwas am Tiber entlang und biege dann gegenüber vom Justizpalast in die Via Giuseppe Zarnadelli.

Tja und dann hab ich mich verlaufen, bzw. wusste teilweise nicht mehr wo ich bin. Ich wollte zur Enoteca al Parlamente. Mittlerweile hat ich Hunger. Als ich die endlich gefunden hatte, musste ich feststellen, dass geschlossen war. Auf dem Weg war ich aber am Piazza delle Coppelle vorbei gekommen und da war eine Mozzarella Bar. Also bin ich dahin zurück. Sah ganz einladend aus. Obicà, sehr zu empfehlen! Allerdings war ausser mir noch niemand da. War so gegen 12. Egal, ich fragte nach der Karte und der nette Ober erklärte mir, dass sie ein Mozzarella Buffet hätten, inklusive Wasser und frischem O-Saft für 20,- €. Klingt gut! Er nahm mich mit vor zum Buffet. Sooo lecker. Mozzarella in 4 verschiedenen Varianten. Normal, geräuchert, ganz groß und als Stracciatella. Ich musste alle probieren. Und es gab Gemüse in leckeren Varianten, Foccachia-Brot, Pizza, Fenchel- oder Blumenkohltorte und und und. Und die Nachtischtheke war nochmal so lang.
Ich konnte gar nicht alles probieren. Aber ich habe fast 2 Stunden lang geschlemmt. Es war herrlich!!!

Danach bin ich noch bei Giolitti vorbei. Die angeblich beste Gelatteria in Rom. Man zahlt hier zuerst und geht dann zur Eistheke. Ich habe mich für Zabbaione, Champagner und Pink Grapefruit entschieden. Ich muss sagen: sehr, sehr lecker!!!

Mit meinem Eis in der Hand bin ich dann weiter gelaufen und stand plötzlich am Obelisco di Montecitorio auf der Piazza Montecitorio.

Über die Via della Guglia und die Via dei Pastini stand ich ein paar Schritte später wieder auf der Piazza di Pietra.

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Il Tempio di Adriano

Ich laufe vor zum Via del Corso, der mittleren der drei großen Straßen, die vom Piazza del Popolo nach Rom führen und die zum Piazza Venezia führt. In einer Seitenstraße entdecke ich ein Kino mit einem Film über die Geschichte Roms in 3D, leider hat der 15 Minuten zuvor angefangen. Also entschließe ich mich auch den letzten Punkt meines Plans für die 2. Tour zu machen:
Der Palazzo Doria Pamphilj.

Vorher fällt mir aber noch eine Kirche ins Auge und so betrete ich die Chiesa S. Marcello al Corso.

Jetzt aber:
Der Palazzo Doria Pamphilj.
Hier findet sich eine unglaubliche Ausstellung an Bilder, die wichtigste private Kunstsammlung Italiens mit Werken von Velázquez (Portrait von Papst Innozenz X.), Caravaggio, Tizian und vielen mehr.
Mein kleiner Einblick für euch 😉

Auch hier gibt es einen Audiokommentar, der einen durch die Räume führt, einige Bilder erklärt und etwas zur Geschichte der Familie erzählt.

Damit war ich mal wieder am Monumento Vittorio Emanuele II. In einem meiner Reiseführer wurde der Aufstieg nach ganz oben als dritter Aussichtspunkt über Rom gelobt. Mein Knie freute es nicht, aber ich entschied mich auch hier noch hoch zu gehen.
Für die Hälfte gibt es zum Glück einen Panorama-Aufzug.

Ich entschließe mich auch noch einen letzten Tipp zu besuchen: die Pasticceria Ciuri Ciuri, ich brauche dringend noch einen Caffè. Auf dem Weg dahin komme ich noch an einem archäologischen Museum vor bei und lande dann in der Chiesa Santa Caterina da Siena a Magnanapoli.

Ich laufe ein wenig durch kleine Gässchen. Der Teil von Rom gefällt mir auch sehr gut!
Via Panisperna – Via dei Serpenti – Piazza della Madonna dei Monti – Via Leonina

Einen leckeren Caffè im Ciuri Ciuri, Hunger habe ich noch keinen, und dann weiter
Piazza della Suburra – Via Urbana – Via Agostino Depretis

Oh und dann fällt mir ein, dass ich unbedingt Baci mitnehmen muss 😀
Die und grün-weiß-rote Farfalle bekomme ich in einem kleinen Kiosk.
Direkt gegenüber ist das Teatro Nazionale 😀

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Auf der Via Nazionale bin ich verleitet shoppen zu gehen, aber da ich weder viel Zeit noch viel Platz im Gepäck habe, entscheide ich mich, das auf Frühling zu verschieben.
Die Sonne geht langsam unter:

Ich laufe zum Hotel, hole meinen Koffer und mache mich dann auf den Weg zum Termini, wo mein Bus zum Flughafen abfährt.
Rückflug 21:00 Uhr nach Schönefeld.

Ich hab doch einiges angeschaut in Rom 😀

Rom Januar 2016

Mein Resümee:

ROM, du bist ganz wundervoll. Ich komme wieder, nicht nur einmal.

Ich bin so dankbar! Diese 2 Tage waren ein Geschenk. 😀

Was ich allerdings gemerkt habe:
So sehr ich es auch genießen kann allein unterwegs zu sein, Rom sollte man teilen! Es gibt so viel zu sehen, zu erleben, zu fühlen. Man platzt fast, wenn man sich darüber nicht austauschen kann.

In dem Buch „Rom – eine Ekstase“ werden der Promeneur und der Flaneur gegenüber gestellt.
Der Promeneur, der in kleinen Grüppchen durch die Parks zieht und sich mit Gleichgesinnten über die Eindrücke austauscht.
Der Flaneur, der alleine loszieht, sich treiben lässt, auf Details achtet und Sinneseindrücke kombiniert.

Ich habe mich im Vorfeld wesentlich mehr im Flaneur wiedergefunden, aber Rom hat mich gelehrt, dass beides wichtig ist.

 

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10 Gedanken zu “BELLA ROMA – Die ewige Stadt

  1. Mio Dio, bitte ein Eis! Mmmh, Gelati I`talia.
    Ich durfte Rom erleben. Sehen, erspüren, deinen Blicken folgen, sehen und staunen, dank deiner Lust auf Reisen und Freude an Fotos, du liebe Herzblutschreiberin und Fotografin. Zwischendrin immer wieder dein Lachen und Lächeln, und deine Begeisterung für Schönheiten des Lebens.

    Remus und Romolus erbauten Rom in sieben Tagen auf sieben Hügeln….
    Ich danke dir für DEIN ganz wunderbares 2- Tage- „Rom-Bild-Bauprojekt“.
    Danke für diese atemberaubende Reise durch Geschichte und Kultur. Du hast offensichtlich nette Tipps und Empfehlungen erhalten und dazu noch ein gutes Gespür, für das, was deinem Herzen nah ist.
    Auf den Spuren deines vergangenen Lebens? So scheint es….(liebevoll lächelnd)
    Theresa von Avila, jene spanische Mystikerin. Sie sagte einst:
    „Tue deinem Leib etwas Gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.“

    Ganz konkret von dir auf schönste Weise umgesetzt. What a trip!

    Du inmitten architektonischer Highlights und viel Historie
    Rom, die res republika – die Sache der Gemeinschaft.
    Rom und der Staatsvertrag mit den Karthagern. Sie hielten für eine kurze Zeit die Vorherrschaft des Mittelmeerraumes inne – anerkannt von Rom. Die letzten Katharer waren Gründer der „Kirche der Liebe“. (etwa 1244 n.Chr.)

    Du schreibst zum Pantheon: „man könnte eine riesige Kugel hier reinlegen. Hier werde ich auch mal mit mehr Zeit herkommen. Das muss man einfach wirken lassen.“
    Das Pantheon wirkt wir ein Gebet aus Stein.
    Es scheint wirklich atemberaubend mit seiner genialen Proportionierung und dem Lichteinfall von oben. Breit wie hoch. Der Gesamtraum als eine Kugel gedacht., schreibst du.
    Es ist der Kreis, die Unendlichkeit, der Weg in alle Richtungen. (you know!). Himmel und Erde.
    Einst Tempel für Opferriten. Meditation findet hier seinen architektonischen Ausdruck.

    Gedanklich stand ich direkt neben dir. Dafür danke ich dir von Herzen.
    Eine tolle Reise…Ich bin mir sicher, Rom will mehrfach bereist und erfahren werden.

    Danke für deine ganz, ganz wunderschönen Fotobeiträge und Deine ganz persönliche Stadtführung.

    Schön, wieder hier bei dir zu sein!

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      1. Ja, daaaaa bist Duuuuu genau richtig!!!!!
        Unbedingt in die Mitte stellen und fotografieren….Marieke gebettet in Rosen…. herzlich lachend.
        Ganz wunderschön. viel Rom antik in der Stadt zu erspüren. ….la dolce vita.

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      2. Dein Gefühl kommt an, ist zu spüren. Darum lese ich dich gern.
        Ich applaudiere dir. Verbreite deine Nachricht vom Zauber so mancher Stadt, von deiner Freude und deinem Glück, dass du in all jenen Momenten ffindest…von Ort zu Ort.

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      3. The last photo von dir, am Ende des Beitrages, ist ebenso supergenialowitsch und du solltest ernsthaft über ein Buch mit dem Titel „At least…..“ nachdenken. Ja, ja, ja. In diesem deinen Beitrag stecken gute Tipps, die jeden Reisenden, Lesebegeisterten interessieren. Ich sagte es bereits an anderer Stelle…Dein Wendeltreppenan- und einsichten und so allerlei anderes machen es sehr unterhaltsam.

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  2. Ein sehr schöner Bericht über deine Rom-Reise. Wir waren letztes Jahr auch dort und auch total begeistert. Vieles von dem, was du gemacht/dir angeschaut hast, haben wir auch gemacht. Den Blick vom Pincio inkl. Sonnenuntergang und vom Gianocolo fanden wir auch toll.
    Den Besuch des Forum Romanum, des Pallatins und des Colosseums würde ich über unbedingt empfehlen. 🙂 Da gibt es ein Kombi-Ticket, das wir am Eingang vom Forum Romanum gekauft haben, da gab es morgens keine Schlange (wir waren im Mai dort). Ins Colosseum gelangt man dann mit dem gleichen Ticket direkt an den langen Schlangen vorbei. 🙂

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